Professionelle Modelle

Hier geben wir eine Übersicht über professionelle VR-Brillen mit Preisen von 500€ aufwärts. Wenn Geld keine Rolle spielt und ein leistungsfähiger Gaming-PC (oder eine PlayStation 4) vorhanden ist oder gekauft wird, erhält man für sein Geld die momentan beste VR-Erfahrung. Neben professionellen Modellen beraten wir euch auch beim Kauf von Einsteiger- sowie fortgeschrittenen Modellen (s. Übersicht).

Vor- und Nachteile

Alle Modelle in der Kategorie “Professionelle Modelle” haben einige Vor- und Nachteile, denen man sich generell bewusst sein sollte:

  • Höchster Tragekomfort, erlaubt stundenlange VR-Erlebnisse
  • Gute Bildqualität und großes Sichtfeld durch qualitativ hochwertige Komponenten (eingebaute Bildschirme & optische Bauteile)
  • Vermeidung von Unwohlsein und besseres Mitten-Drin Gefühl durch Erfassung der Kopf-Position
  • Neuartige Interaktion mit der virtuellen Welt durch die Erfassung der Position von Hand-Controllern
  • Anspruchsvolle Grafik & Effekte dank leistungsfähiger PC-Grafikkarte
  • Anpassbarer Linsenabstands (variiert je nach Modell)
  • Deutlich höherer Preis, verglichen mit fortgeschrittenen oder Einsteiger-Modellen
  • Erfordert entweder leistungsfähigen (und teuren) PC (Oculus Rift, HTC Vive), oder PlayStation 4 (PS VR)
  • Geringe Mobilität: Brille wird per Kabel an PC/PlayStation angeschlossen, das System kann nicht einfach mitgenommen werden, erfordert stationäre Installation (PC+Sensoren)
  • Installation & Einrichtung dauert länger als bei Einsteiger- oder Fortgeschrittenen Modellen
  • Noch keine Inhalte mit langfristiger Erlebnisdauer, da der Markt noch jung ist und die Content-Produzenten (z.B. Spielehersteller) noch mit kleinen Budgets arbeiten
  • Trotz guter Komponenten sind einzelne Pixel noch erkennbar

Vor- und Nachteile

Alle Modelle in der Kategorie “Professionelle Modelle” haben einige Vor- und Nachteile, denen man sich generell bewusst sein sollte:

Vorteile

Nachteile

  • Höchster Tragekomfort, erlaubt stundenlange VR-Erlebnisse
  • Gute Bildqualität und großes Sichtfeld durch qualitativ hochwertige Komponenten (eingebaute Bildschirme & optische Bauteile)
  • Vermeidung von Unwohlsein und besseres Mitten-Drin Gefühl durch Erfassung der Kopf-Position
  • Neuartige Interaktion mit der virtuellen Welt durch die Erfassung der Position von Hand-Controllern
  • Anspruchsvolle Grafik & Effekte dank leistungsfähiger PC-Grafikkarte
  • Anpassbarer Linsenabstands (variiert je nach Modell)
  • Deutlich höherer Preis, verglichen mit fortgeschrittenen oder Einsteiger-Modellen
  • Erfordert entweder leistungsfähigen (und teuren) PC (Oculus Rift, HTC Vive), oder PlayStation 4 (PS VR)
  • Geringe Mobilität: Brille wird per Kabel an PC/PlayStation angeschlossen, das System kann nicht einfach mitgenommen werden, erfordert stationäre Installation (PC+Sensoren)
  • Installation & Einrichtung dauert länger als bei Einsteiger- oder Fortgeschrittenen Modellen
  • Noch keine Inhalte mit langfristiger Erlebnisdauer, da der Markt noch jung ist und die Content-Produzenten (z.B. Spielehersteller) noch mit kleinen Budgets arbeiten
  • Trotz guter Komponenten sind einzelne Pixel noch erkennbar

Übersicht

Hinweis zur Sortierung

Preis (ohne PC/PS4)

Gesamtwertung

Preis/Leistung

Fazit

Voraussetzungen

Ergonomie

Einrichtung

Qualität

Sonstiges

Testberichte

PlayStation VR

PlayStation VR

400€
(+140€ für Zubehör)

100%

Günstigster Einstieg für Gamer mit PS4, ideal für’s Wohnzimmer

PlayStation 4 / PS4 Pro, PS Camera

  • Passt darunter:
  • Gewichtsverteilung auf Kopfoberseite anstatt auf Stirn & Wangen
  • Keine Einstellmöglichkeiten
  • Schnelle Verkabelung & Aufbau
  • Intuitives Setup führt durch Konfiguration
  • Keine technischen Probleme, einfache Software-Updates
  • Reinigbarkeit
  • Gelegentlich Probleme bei Bewegungserfassung
  • Geringer Platzbedarf

Oculus Rift

Oculus Rift

700€
(+200€ für Touch Controller)

55%

VR-Spiele uvm. für Hardcore Gamer mit leistungsstarkem PC und begrenztem Büro-Platz.

PC (Details s. unten)

  • Passt darunter:
  • Augenabstand einstellbar
  • Gewichtsverteilung auf Stirn & Wangen
  • Schnelle Verkabelung & Aufbau
  • Intuitives Setup führt durch Konfiguration
  • Nutzer muss technische Probleme selbst lösen (Treiber-Installation etc.)
  • Gute Bewegungserfassung
  • Reinigbarkeit
  • Integrierte Kopfhörer
  • Geringer Platzbedarf

HTC Vive

HTC Vive

950€

50%

VR-Spiele uvm. für Experimentierfreudige mit leistungsstarkem PC und einem freien Zimmer.

PC (Details s.unten), leeres Zimmer

  • Passt darunter:
  • Augenabstand einstellbar
  • Gewichtsverteilung auf Stirn & Wangen
  • Intuitives Setup führt durch Konfiguration
  • Aufbau dauert lange
  • Nutzer muss technische Probleme selbst lösen (Treiber-Installation etc.)
  • Gute Bewegungserfassung
  • Reinigbarkeit
  • Room-Scale Erfahrungen
  • Hoher Platzbedarf

Die Modelle im Detail

Mit der PlayStation VR (PS VR) möchte Sony hauptsächlich PlayStation 4 Besitzer ansprechen. Die Brille kostet selbst 400€, man benötigt für die Erfassung der Kopfposition jedoch zwingend die PS Camera für weitere 60€. Für die Steuerung sind neben den traditionellen PlayStation (Dual Shock) Controllern die PS Move Controller besonders geeignet, welche mit weiteren 80€ die Kosten auf insgesamt 540€ erhöhen. Die PS VR ist damit zwar noch immer das günstigste der drei Systeme, allerdings müssen die Ausgaben für die Spiele noch dazugerechnet werden. Die Preisspanne je Spiel liegt zwischen 10 und 60€. Wer noch keine PS4 besitzt, kann sich die zukunftssichere PS4 Pro (400€) kaufen, anstatt der normalen PS4 (ca. 300€). Diese liefert bei vielen VR-Spielen eine bessere Grafik.

Das Software-Angebot besteht bei der PS VR fast ausschließlich aus Spielen, ähnlich wie bei der Oculus Rift. Diese sind darauf ausgelegt, sitzend auf dem Sofa gespielt zu werden. Man lehnt sich lediglich mit dem Oberkörper hin und her, wodurch das Spielgefühl recht entspannt ist. Man benötigt keinen besonderen Platz im Wohnzimmer, anders als z.B. bei der HTC Vive, für die ein freies Zimmer notwendig ist. Die PS VR trumpft außerdem mit der besonders einfachen Einrichtung (Plug’n’Play). Als Spieler muss man sich um keine technischen Details wie z.B. Treiber- oder Software-Updates kümmern, der Spielspaß steht im Vordergrund. Ein weiteres Gimmnick: sollte man für kurze Zeit aus der VR aussteigen wollen, muss die PS VR nicht ganz abgenommen werden. Sie lässt sich ein paar Zentimeter vom Kopf wegschieben, was einen schnellen Blick in die echte Welt ermöglicht.

Die Oculus Rift ist, wie die PS VR auch, auf spielebegeisterte Konsumenten ausgelegt, wird jedoch an einen PC angeschlossen. Wie bei der Vive auch wird Windows 7 (oder neuer) benötigt und der PC sollte neuerer Bauart sein. Weiter unten werden die Voraussetzungen genauer erklärt. Der Store Oculus Home wird automatisch mit den Rift-Treibern installiert und bietet hauptsächlich kostenlose sowie kostenpflichtige Spiele. Man kann jedoch auch andere Anwendungen und Stores verwenden, wie etwa Steam mit Steam VR.

Die meisten Anwendungen für die Oculus Rift sind darauf ausgelegt, dass man sie sitzend oder stehend vor dem Schreibtisch spielt. Viel Platz im Raum braucht man dadurch nicht, allerdings ist auch der Bewegungsradius eingeschränkt, da man seinen Kopf und Oberkörper lediglich vor, zurück oder zur Seite lehnt, bzw. nur wenige Schritte macht.

Bezüglich der Steuerung liegt der Rift ein Gamepad bei. Sich damit in der VR zu bewegen ist jedoch häufig unnatürlich und kann zu Übelkeit führen. Mit Oculus Touch kann man sich für weitere 200€ drahtlose Hand-Controller kaufen (Lieferung ab 6.12. 2016), die sowohl die Bewegung als auch Interaktion mit Objekten in der VR deutlich verbessern.

Ein Nachteil der Rift ist, dass ein schneller Blick in die reale Welt nicht so einfach möglich ist. Sie muss hierfür ganz abgenommen werden. Ein großer Pluspunkt sind allerdings die integrierten Kopfhörer.

Die HTC Vive ist das teuerste aller 3 Systeme. Sie richtet sich an VR-Enthusiasten denen ein höherer Installationsaufwand nichts ausmacht. Das Software-Angebot ist eher etwas für Experimentierfreudige. Die VR-Anwendungen werden über Valve’s Steam vertrieben. Es gibt sowohl Spiele als auch sehr vielseitige, aber oft kurzweilige Applikationen, von denen aber viele eher wie unfertige Experimente wirken, anstatt wie ein fertiges Produkt.

Die zwei maßgeblichen Unterschiede zur Rift sind:

  1. Hand-Controller werden mitgeliefert und sind seit Beginn fester Bestandteil des Interaktionskonzepts nahezu aller Vive VR-Apps. Bei der Rift müssen die Oculus Touch Controller separat erworben werden, und manche VR-Apps unterstützen diese nicht.
  2. Für Vive optimierte VR-Apps sind auf „Room Scale“ ausgelegt. Das bedeutet dass die VR-App davon ausgeht, dass man einen (zumindest kleinen) Raum zur Verfügung hat (mind. 1,50 x 2 m), in dem man sich frei bewegen kann. Man hat also einen großen Bewegungsradius, benötigt aber auch den entsprechenden Platz in dem Zimmer, wo der PC steht.

Der Vorteil von Room Scale ist, dass man sich „natürlich“ (durch echtes „Gehen“) in der virtuellen Welt bewegen kann. Bei der Konkurrenz bewegt man sich meist per Gamepad fort, was aber unnatürlich ist und auch bei vielen Menschen Übelkeit auslöst.

Man sollte sich jedoch auch den Nachteilen von Room Scale VR bewusst sein: die virtuellen Welten sind meist deutlich größer als das eigene Zimmer. Die Entwickler der VR-App müssen sich daher verschiedener Tricks bedienen, damit man in seinem kleinen Zimmer trotzdem große virtuelle Strecken zurücklegen kann, z.B. mittels Teleportation. Solche Techniken haben wiederum negative Auswirkungen auf die Natürlichkeit. Außerdem stört das Kabel, welches die Vive mit dem PC verbindet. In der Realität legt es sich zwischen die Füße, man kann es aber in der virtuellen Welt nicht sehen, dennoch muss man in der echten Welt aus dem Weg schieben. Bei bewegungsintensiven Erfahrungen wird einem schnell warm, was zu Schweiß und beschlagenen Linsen führen kann.

Ein großer Vorteil der Vive ist die Kamera, die vorne in die Brille eingebaut ist. Sie blendet eine schemenartige Darstellung der echten Welt immer dann ein, wenn man sich den Grenzen des erfassten Raums nähert. Dies verhindert, dass man versehentlich sein Mobiliar zerstört, während man in der virtuellen Welt ist, in der man von den Grenzen in der Realität nichts mitbekommt. Die Kamera erlaubt außerdem auch eine Video-Ansicht in die echte Welt, was praktisch ist, falls man kurz etwas in der echten Welt erledigen möchte (z.B. auf die Uhr sehen) ohne dafür die Brille abnehmen zu müssen.

Software & PC Voraussetzungen

Bei der Auswahl des richtigen VR-Systems spielt das Software-Ökosystem eine wichtige Rolle! Als Konsument möchte man neue Software installieren und benutzen können, ohne mit technischen Komplikationen konfrontiert zu sein. Am einfachsten funktioniert dies bei „geschlossenen“ Systemen wie der PlayStation und PS VR, wo der Hersteller (hier Sony) die alleinige Kontrolle über die Software hat. Es gibt einen Store über den neue Inhalte, wie z.B. Spiele, heruntergeladen und bezahlt werden. Die Installation aller Updates passiert automatisch und erfordert keine technischen Kenntnisse.

Bei der Oculus Rift und HTC Vive ist dies nicht der Fall. Diese laufen auf PC (Windows) und der PC ist seit jeher eine „offene“ Plattform. Es gibt hier folglich mehrere Stores. Die zwei Spitzenreiter sind Valve’s Steam und Oculus Home. Kompliziert wird es deshalb, da viele VR-Apps technisch beide Brillen unterstützen, es aber vom Store abhängt, auf welcher Brille die App auch tatsächlich läuft. So kann es passieren dass eine im Oculus Home gekaufte App nicht auf der Vive funktioniert, obwohl der Hersteller dies eigentlich erlaubt – man hätte dann aber die App in Valve’s Store kaufen müssen. Abgesehen davon muss sich der Nutzer selbst um Updates der Grafikkarten-Treiber, VR-Brillen-Treiber und Store-Software kümmern. Diese laufen in der Praxis nicht immer rund. Fähigkeiten im sicheren Umgang mit Windows sind daher hilfreich.

Damit die VR-Erlebnisse flüssig laufen und Spaß aufkommt, wird für PC-basierten VR-Brillen ein leistungsfähiger Rechner benötigt, welcher ab ca. 1000€ zu haben ist. Die Hersteller, Oculus und HTC, empfehlen folgende Komponenten:

  • Grafikkarte : NVIDIA GTX 970 / AMD 290 oder besser
  • CPU: Intel i5-4590 oder besser
  • Speicher: 8GB RAM
  • Videoausgang: HDMI 1.3
  • USB-Anschlüsse: 3x USB 3.0 Ports und 1x USB 2.0 Port (Rift), 1x USB2, 1x HDMI 1.4 or DisplayPort 1.2 (Vive)

Zukünftig hat Oculus dank interner Software-Optimierungen (Asynchronous Spacewarp) die Hardware-Anforderungen an Grafikkarte und Prozessor gesenkt. Minimal-Voraussetzung ist dann die NVIDIA 960 mit einem Intel i3-6100 (oder AMD FX4350).

Falls du bereits einen leistungsfähigen PC hast, bieten Oculus bzw. HTC/Valve jeweils ein Test-Tool, welches die Leistungsdaten deines Rechners auswertet. Das Oculus-Tool betrachtet lediglich die Hardware-Konfiguration, während das Tool von Valve (benötigt Steam) tatsächlich 3D-Tests durchführt und dadurch eine höhere Aussagekraft hat.

Wer sich sicher ist, dass er einen neuen PC braucht, für den funktionieren eigentlich alle neuen Rechner mit den oben genannten Komponenten. Es gibt zwar eine Art Güte-Siegel für bestimmte Recher, z.b. „VR Ready“ von NVidia oder „Oculus Ready“, welche PC-Hersteller in Absprache mit dem Hersteller für einige ihrer Rechner vergeben (siehe bspw. Dell’s Alienware VR PCs oder NVidia’s Händlerliste), ein nicht-zertifizierter Rechner funktioniert aber genauso gut.

Fazit

Die Oculus Rift und Playstation VR ist insbesondere für Konsumenten, die sich Spielspaß wünschen und technischen Komplikationen so weit wie möglich aus dem Weg gehen wollen. Die Rift bietet dank der optional erhältlichen Touch Controller technisch gesehen eine Aufwertung gegenüber der PS VR aufgrund des besseren Trackings, liegt dann aber mit 900€ preislich fast 2x darüber. Die HTC Vive hingegen eignet sich besonders für Bastler, die vor einer komplizierteren Einrichtung und einem stolzen Preis von knapp 1000€ nicht zurückschrecken.

Das Software-Angebot ist derzeit für die VR-Brillen noch nicht so groß wie beispielsweise das Angebot der PC und (normalen) PlayStation Spiele und Programme. Die Produzenten der Inhalte arbeiten mit kleinen Budgets, da die Käufergruppe, also VR-Brillen-Besitzer, noch sehr klein ist. Es ist jedoch mit einem starken Anstieg zu rechnen, da Virtual Reality neuen Wind in die Software und Grafikkarten Hardware-Industrie bringt, da die Leistungsanforderungen gegenüber traditionellen PC-Anwendungen um ein Vielfachtes höher sind.

Bei den hohen Anschaffungspreisen lohnt sich das lesen detaillierter Testberichte. Links zu Heise und Golem Tests befinden sich in der obigen Tabelle. Die beste Möglichkeit bietet aber noch immer der persönliche Test der VR-Brillen. Möglichkeiten dazu erfahrt ihr auf unserer Ausprobieren Seite.